Wer ich bin

Ich bin 31 Jahre alt, verheiratet und arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität St. Gallen.

Ich bin stolz darauf, dass meine Eltern als sogenannte „Nichtakademiker:innen“ mir diesen Weg bis zur Promotion ermöglicht haben.

Sie haben mir und meinem Bruder vorgelebt, dass es sich lohnt hartnäckig seine Ziele zu verfolgen. Meine Eltern haben beide eine Lehre im Gartenbau absolviert, mein jüngerer Bruder ist gelernter Zimmermann.

Sie alle sind Jahre nach der Ausbildung auf die Meisterschule gegangen und haben dafür finanzielle Engpässe und eine längere Trennung von ihren Kindern auf sich genommen.

Ich konnte auf die Universität gehen, weil die sozialliberale Regierung unter Willy Brandt die Hochschulen geöffnet hat.

Von diesem Bildungsaufbruch ist heute nur noch wenig zu spüren.

Nur 27 von 100 Kindern aus Nichtakademikerfamilien beginnen ein Studium, im Vergleich zu 79 Prozent der Kinder von Akademiker:innen.

Dass der Bildungshintergrund der Eltern im Jahr 2020 immer noch zu einem großen Teil die Bildungsbiografie von Kindern in Deutschland erklärt, treibt mich um.

Ich möchte, dass jeder Mensch den Bildungsweg gehen kann, der es ihm ermöglicht, seine Träume zu verwirklichen.

Kinder, die von ihren Eltern bei der Verwirklichung dieser Träume nicht unterstützt werden können, haben Anspruch auf einen Staat, der sie unterstützt.

Deshalb setze ich mich für Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Meisterschule oder der Hochschule und für eine exzellente personelle und finanzielle Ausstattung aller Bildungseinrichtungen ein.

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